Aktion: Leider Neueröffnung

Aktion: Leider Neueröffnung!

Aktion: Leider Neueröffnung

Eine neue Aktion überzieht St. Paulis alternative Fensterfronten: Die Gruppe „Leider Neueröffnung“ ist gegen Multiketten und Franchisehäuser – Einzelhändler und Cafes schließen sich an.

„St. Pauli bleibt ein Gallierdorf.“, schrieb Herr von Grün in seinem vorgestrigen Facebook-Post, indem er den Text der Initiative „Leider Neueröffnung!“ wie viele andere Läden, Cafe’s und Restaurants aktuell auf St. Pauli veröffentlichte.

An Kaffee Stark’s Fensterfront prankt „Neueröffnung – Subways“, ein paar Schritte weiter findet man an einer kleinen Galerie „Neueröffnung – Schweinske“, am Bioladen Herr von Grün hängen die Schilder „Neueröffnung – T-mobile“.

Grund sind die strukturellen Veränderungen in Paulis Straßen: Ketten siedeln sich an und verdrängen die etablierten Einzelhändler. Stein des Anstoßes ist die neue Filiale der Bäckerei-Kette „Dat Bakhus“, die in der Clemens-Schulz-Straße eröffnete. Da bleibt St. Pauli freilich unverträglich.

Geschätzte Mitbürger und Mitbürgerinnen!

War das jetzt das Ende als Anfang? Am Donnerstag, den 9ten Oktober schaffte es in der Clemens-Schulz-Straße/ St. Pauli die Kleinbrötchen-Kette „Dat Bakhus“ durch die Entrichtung von deutlich mehr Mietzins als das dadurch verdrängte Vorgängergeschäft, den erste genormten Fuß in eine bis dahin vielfältige Umgebung zu stellen. Entsetzte Anwohner erwogen darauf ständige Fauleierattacken, Hefeangriffe und Backmichungsschwemmen.

In diese verständliche Wut drängt sich aber auch Trauer: Wird auch unser Viertel in völliger Austauschbarkeit vertrocknen, werden sich die hier aufgewachsenen Kinder nur noch darüber unterhalten können, ob „H&M“ den günstigeren Fummel anbietet oder „kik“? Verschenk „Starbucks“ den labberigeren Becher oder etwa das „McCafe“?

Wir wollen hier nicht die nächste verwechselbare Ramschmeile!
Solche Neueröffnungen sind Ausschließungen!

Die aggressive Investitions- und Verdrängungspolitik durch Multiketten und Franchisehäuser lässt sich nur noch stoppen, wenn verantwortungsvolle nicht zu gierig ihre Ladenfläche zu immer absurderen qm-Preisen hochblasen, obwohl sie genau wissen, dass ansässige Gewerbetreibende unmöglich die überhöhten Gegenwerte erwirtschaften können. Anwohner müssen jetzt deutlich zeigen, dass sie sich nicht in jedem Laden das gleiche Rundstück, die gleiche Koffeinplörre, den gleichen Hosenlatz oder die gleiche Unisex-Friese abholen wollen wie in den identischen Einkaufszonen dieser Welt!

Leistet Widerstand! Kauft individuell!

Unterstützt die sowieso mehr als ausreichend vorhandenen Bäcker, Konditoreien, Cafes, Lebensmittelläden, Imbisse, Restaurants, Obst- und Gemüse-, Fisch- und Fleisch-, Eisen-, Textilien-, Lang- und Kurzwarengeschäfte!

Wir von der Gruppe „Leider Neueröffnung“ heißen „Dat Bakhus“ ausdrücklich nicht willkommen und sind ausdrücklich nicht „die Käufer der Artikel, die auch die anderen Artikel kaufen“. Gestern, heute und morgen erst recht nicht. Mahlzeit!

Weitere Informationen und Bilder: Leider Neueröffnung

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maedchenfuerallefaelle

Online-Redakteurin & Digitales bei selbstständig
(28, Mensch, beruflich digital unterwegs)
Seit 2012 schreibe ich hobbymäßig dieses Blog über Hamburg mit Tipps zu Restaurants, Bistros, Cafès, Läden, Clubs und mehr. Ich schreibe über das was mir begegnet und wo mein Leben mich so hintreibt. Nicht mehr, nicht weniger. Ohne Ziel.
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