Das Gängeviertel: ein Freiraum für alle

Investor vs. Künstler: 2009 besetzten Künstler das historische Gängeviertel, um es vor dem Abriss zu bewahren. Seither ist das Gängeviertel eine Stätte für Alternative und bildet einen künstlerisch, kulturellen Freiraum. Hier finden regelmäßig Lesungen, Partys und politische Aktionen statt. 

Das  Gängeviertel in der Innenstadt

„Wir sind die Stadt, denn: Die Stadt sind wir alle.“

Seit mehr als sieben Jahren gehört das Gängeviertel zur Hamburger Subkultur. Inmitten der Glasfassaden der Hamburger Innenstadt bildet das charmant marode Gängeviertel nicht nur optisch einen spannenden Gegensatz zum herumliegenden, urbanen Gefüge, auch politisch und künstlerisch wartet das ehemals besetzte Zentrum mit Alternativen zum konservativen Hamburg auf.

Ob Techno-Party im Keller, G20-Infoabend in der Fabrique oder  konspirative Gespräche in der Jupi-Bar, das Gängeviertel ist bunt und laut und für spannende, abseitige Veranstaltungen immer eine gute Anlaufstelle.

Das folgende Video zeigt, wie es zur Besetzung kam und wie es kurz danach weiterging.

arte.tv, Karambolage vom 13.12.2009

Die Besetzung wurde von lokalen Musikern und Künstlern unterstützt. U.a. von Captain Gips.

Captain Gips: Das ist das Gän-ge-Gän-ge-Gä-Gängeviertel

Seither ist viel passiert. Unter anderem wird das Gängeviertel seit 2013 saniert. Die Sanierung des Fabrik-Gebäudes wurde mit EU-Geldern gefördert.

Weiterführende Links

Die Historie zum Gebäudekomplex

Als das Wohnquartier erbaut wurden, herrschte in der Hamburger Innenstadt akuter Platzmangel. Aus diesem Grund wurden die Fachwerkhäuser zu der damaligen Zeit besonders eng gebaut, sodass die für das Viertel typischen engen Gänge entstanden, die dem heutigen Gängeviertel seinem Namen gaben. Es entstand viele Viertel mit zahlreichen Hinterhöfen, Gängen und Gassen.

Das erste sogenannte Gängeviertel entstand in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, um die Kirche St. Jacobi (heutiges St. Georg). Danach weitete sich diese Bauweise in der Hamburger Innenstadt aus, auch rund um den Michel wurden die engen Gassen und Häuser gebaut. Nach einer Choleraepidemie Ende des 19. Jahrhundert wurde der Abriss der Hamburger Gängeviertel beschlossen und zwischen 1903 und 1964 durchgeführt.

Heute erinnert nur noch das künstlerische Gängeviertel, der Bäckerbreitergang sowie die Kramer Witwen-Stuben an die damalige, enge Architektur. Wer an einer Führung durch das letzte Gängeviertel Hamburgs interessiert ist, meldet sich unter: rundgaenge@das-gaengeviertel.info.

Historisch: Gängeviertel von 1958