Mädchen für alle Fälle

„Was es heißt, eine Frau zu sein.“

Waris Dirie war die erste Frau, die auf das kulturelle „Ritual“ der weiblichen Beschneidung international aufmerksam machte. Sie bewirkte, dass in vielen Ländern die weibliche Beschneidung offiziell verboten wurde. Das war vor über 14 Jahren.

Trotzdem werden heute noch über 6000 Mädchen täglich beschnitten und das nicht nur im östlichen Afrika,  in Somalia. Allein in Deutschland leben über 20.000 beschnittene Frauen. Die WHO schätzt, dass weltweit über 100 Millionen Frauen beschnitten sind. Eine Zahl, die jedes Jahr um geschätzte drei Millionen steigt. 

Von 1800 bis 1940 wurden auch in Deutschland weibliche Genitalverstümmelungen offiziell praktiziert, um weibliche „Gebrechen“ wie Nervosität oder Raserei zu unterbinden. Kaum vorstellbar, dass dies erst 72 Jahre her ist. Und noch unglaublicher, dass  auch heute noch Einwanderer ihre Mädchen in Deutschland heimlich beschneiden lassen oder zeitweilig zur Beschneidung außer Landes bringen. Diese Frauen denken, dass sie ihren Mädchen einen Gefallen tun, in dem sie mit der Beschneidung ihre Reinheit garantieren. Sie sind überzeugt von der weiblichen Beschneidung.

„Ohne das Zeichen der Klinge, ist eine Frau nichts wert.“ – Je nach Beschneidungsart werden Klitoris, kleine und/oder große Schamlippen mit einer Rasierklinge entfernt. Dieser Eingriff in die Weiblichkeit erfolgt in den unteren Bevölkerungsschichten meist unter unhygienischen Bedingungen. Deshalb führt die Beschneidung häufig zu starken Entzündungen und Infektionen, die viele Mädchen nicht überleben. Reichere Familien lassen die Beschneidung unter hygienischen Bedingungen von Ärzten, Krankenschwestern oder Hebammen durchführen.

Ohne ein Umdenken der Kulturen wird man der weiblichen Genitalverstümmelung keinen Einhalt gebieten können. Es ist ein „Ritual“ der Reinheit, der sicheren Jungfräulichkeit, die den Mädchen ihre ganze Kindheit und Jugendzeit Schmerzen bereitet und den Eltern bei der Hochzeit einen guten „Preis“ verspricht. Um der weiblichen Beschneidung entgegen zu wirken, müssen vor allem die Frauen in den betroffenen Kulturen aufgeklärt und nicht zuletzt mit eigenen Arbeitsstellen finanziell vom Ehemann unabhängig werden, damit sie sich für ihre Töchter einsetzen können. Um der Genitalverstümmelung in Deutschland entgegen zu wirken ist vor allem die Schulung der Gynäkologen und der Mütter wichtig. Und das Bewusstsein der Gesellschaft, dass die weibliche  Beschneidung nicht nur ein Problem in afrikanischen Ländern ist, sondern auch hinter verschlossenen Türen in Deutschland vollzogen wird.

Organisationen, die sich gegen die weibliche Genitalverstümmelung engagieren: 

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maedchenfuerallefaelle

Online-Redakteurin & Digitales bei selbstständig
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