Kiez-Lexikon

Dieses Kiez-Lexikon behandelt aktuelle und ehemalige Locations auf dem Hamburger Kiez, beleuchtet in Kurztexten das Leben von bekannten Reeperbahn-Persönlichkeiten und erklärt weitere Eigentümlichkeiten des Hamburger Kiezes. 

Astra-BowlingbahnCafé Keese | „Der Blonde Hans“ | Domenica | Empire St. Pauli | Esso-Häuser | Fritz Honka | Hafenhäuser | Hamburger Berg | Hans-Albers-Platz | Harrys Hafenbasar | Hasenschaukel | Hong Kong Bar | Koberer | Mexikaner | Nutten-TÜV | Parc Fiction | Reeperbahn | Reeperbahn Festival | Schilleroper | Safari | SKAM e.V. | St. Pauli  | Tanzende Türme Werner „Mucki“ Pinzner

Astra-Bowlingbahn

Astra-Bowlingbahn
Dort wo heute die Tanzenden Türme in den Himmel ragen, stand bis 2009 die Astra-Bowlingbahn (Quelle: Screenshot, Google-Maps).

Um 1965 öffnete die Astra-Bowlingbahn ihre Pforten in einer Zeit, in der die deutsche Fassung, das Kegeln, hoch im Kurs stand. Nun wurde dieses Hobby um die amerikanische Version erweitert.  Zur Astra-Bowlingbahn hat die ZEIT in ihrer Ausgabe 09/1965 einen amüsanten Artikel verfasst, der die amerikanische Art des Kegelns beleuchtet: Vornehm – an der Reeperbahn
Die Astra-Bowlingbahn teilte sich das Gebäude mit dem chinesischen Restaurant „Mandarin“. Nachdem das Gebäude lange leer stand, wurde es von 1991 bis zum Abriss 2009 vom Jazzclub „Mojo“, der 2013 an gleicher Stelle wiedereröffnete, und der Hamburger Künstlerinitiative SKAM e.V. (s.u.) genutzt. Heute stehen an gleicher Stelle die „Tanzende Türme“.

Café Keese

Heute erinnert nur noch ein Schriftzug an das gesittete Tanzlokal, das 1948  von Bernhard Keese gegründet wurde. Trotz der Nähe zum Rotlicht-Milieu war das Tanzlokal nicht anrüchig, wenn auch zur damaligen Zeit untypisch. So forderten nicht die Herren zum Tanz auf, sondern die Frauen. Bei der Kontaktaufnahme halfen nummerierte Tischtelefone. 1998 wurde das Café Keese geschlossen.

„Der Blonde Hans“

Seit über 40 Jahren arbeitet Hans Jürgen Schmitz alias der „Blonde Hans“ auf St. Pauli. Als Ex-Kiez-Größe verdient er nun seine Penunsen als Kiez-Tour-Führer unter der Führung von Olivia Jones. Seine beruflichen Anfänge finden sich im Rotlicht-Milieu. So ist Hans zunächst Zuhälter, bis er zum Besitzer mehrerer Bordelle aufsteigt. Zwischenzeitlich mit Domenica (s.u.), der berühmtesten Prostituierten Deutschlands liiert, flieht Hans Jürgen Schmitz im Zuge der St. Pauli Bandenkriege nach Rio de Janeiro. Seinen Spitznamen „Der Blonde Hans“ trägt er frei nach dem gleichnamigen Lied von Hans Albers.
[vimeo http://vimeo.com/48700776]

Domenica

Prostituierte, Domina und Sozialarbeiterin – Domenica Anita Niehoff (*1945 – †2009) avancierte in den 80er Jahren zur berühmtesten Prostituierten Deutschlands, indem sie sich für die Anerkennung ihres Berufstandes und der Legalisierung der Prostitution öffentlich einsetzte. Ihr Markenzeichen war ihr Dekolletee, das sogar auf dem Cover der Band „Trio“ zur Zeit der neuen Deutschen Welle verewigt wurde. Sie arbeitete zunächst, nach dem Tod ihres Mannes, einem Bordelbesitzer, im Palais d´amour und in der Herbertstraße. Später machte sie sich in ihrem Studio einen Namen als Domina. Trotz das die „Königin von St.Pauli“ im Rotlicht arbeitet, hatte sie durch ihr soziales Engagement den Ruf einer Heiligen. So setzte sich Domenica nach ihrer aktiven Zeit dafür ein, junge Mädchen von der Straße zu holen und pflegte an Aids erkrankte Frauen in ihrer Wohnung. Es folgt ein Lied von Domenica, eine selbst ironische Inszenierung: Domenica – Alle meine Freier

Empire St. Pauli

Die Dokumentation „Empire St. Pauli“ zeigt die fortschreitende Gentrifizierung des Viertels. „Hamburgs berühmtester Stadtteil St. Pauli war lange auch der ärmste. Mittlerweile leben und arbeiten hier jedoch immer mehr Gut- und Bestverdienende. Die sozialen Gegensätze verschärfen sich. Der Film zeigt, dass St. Pauli nicht nur als Ausgeh- und Amüsierviertel, sondern vor allem als Wohn- und auch Wirtschaftsstandort attraktiv geworden ist. Altbauten verschwinden oder werden aufwändig saniert, das Mietniveau steigt rasant, Mietwohnungen werden in Eigentumswohnungen umgewandelt. Wer sich wehrt oder nicht mehr in das neue Bild passt wird des Ortes verwiesen – direkt oder indirekt. Das ist Gentrifizierung.“ (www.empire-stpauli.de).
Hier geht’s zur Dokumentation: Empire St. Pauli

Esso-Häuser

Esso-Häuser beim AbrissDie Esso-Häuser wurden in den 60er Jahren erbaut und umfassten einen Plattenbau-Komplex der auf eine einmalige Weise Nachtleben mit Gewerbe und Wohnraum verband. Zu den Esso-Häusern gehörten zwei Hochhäuser und ein zweistöckiger Gebäuderiegel, in dem u.a. die Clubs „Molotow“ und „Planet Pauli“ ihr Zuhause fanden.
Im Dezember 2013 wurden die Esso-Häuser gegen 1 Uhr nachts wegen Einsturzgefahr geräumt. Mehrere Wochen und sogar Monate lebten die rund 110 ehemaligen Bewohner im Hotel und waren auf der Suche nach einer neuen kieznahen Wohnmöglichkeit.

Esso-HäuserIm Jahr 2009 wurden die Esso-Häuser zum Symbol der Gentrifizierung auf St. Pauli. Waren die Häuser vor 2009 in privatem Besitz, wurden diese nun von der „Bayrisch Hausbau“ geführt, die ankündigten, den Komplex abzureißen und neue Gewerbeflächen sowie Eigentums-, Miet- und Sozialwohnungen zu schaffen. Dagegen protestierten die Bewohner und anwohnenden Paulianer und gründeten u.a. die Initiative Esso-Häuser. Nach der überraschenden Räumung, wurden die Esso-Häuser im Sommer 2014 jedoch trotzdem abgerissen. 
Weitere Infos: St. Pauli: Esso-Häuser wurden geräumt

Im Herbst 2015 wurde die Pläne zur Neubebeauung des Esso-Häuser-Areals verkündet. Es soll ein Komplex im Einklang mit der Reeperbahn und den Bewohner entstehen. > Zum Entwurf für das Esso-Areal

Fritz Honka

Fritz Honka lebte in Altona und arbeitete als Nachtwächter. Zwischen 1970 und 1975 ermordete er vier Frauen (Gertraud Bräuer/ 42 Jahre, Anna Beuschel/ 54 Jahre, Frieda „Rita” Roblick/ 57 Jahre und Ruth Schult/ 52 Jahre) aus dem Rotlicht-Milieu. Er lernte seine Opfer in der Kneipe „Der goldene Handschuh“ auf dem Hamburger Berg kennen, lebte teils zeitweilig mit ihnen zusammen und brachte sie schließlich um. Er zerstückelte die Leichen und verbarg sie in blauen Müllbeuteln auf dem Dachboden neben seiner Wohnung. Kopf, Arme und Beine einer Leiche wurde im Hof der ehemaligen Schokoladenfabrik Holsatia gefunden und mit der damaligen Technik rekonstruiert. Der Rumpf der Frau wurde später auf dem Dahboden entdeckt.Die Frauen wurden nicht vermisst. Ihre Leichen wurden zufällig nach einem Hausbrand auf dem Dachboden entdeckt. Das Lichthof Theater in Bahrenfeld inszenierte diese Geschichte im Winter 2014.
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=9bzMZeJkunc&w=420&h=315]

Hafenhäuser

Barrikaden, brennende Fässer, Betonpfeiler – Anfang der 80er Jahre machten die Hafenhäuser deutschlandweit Schlagzeilen. Fünf Häuser sollten dort abgerissen werden, stattdessen wurden sie 1981 besetzt und über Jahre verteidigt. 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=VUkEwHqXltI&w=800&h=450]

Hamburger Berg

Als Hamburger Berg wird heute eine kleine Seitenstraße der Reeperbahn bezeichnet, die an beiden Seiten von Bars und Kneipen gesäumt ist. Hier feiert vor allem die Hamburger Studentenszene, da die Clubs keinen Eintritt verlangen.
Zur Historie des Hamburger Bergs: Der Hamburger Vorort „Hamburger Berg“, 1833 in St. Pauli umbenannt,  wurde zwischen 1306 und 1505 trotz Wohnverbots zunehmend besiedelt. Seinen Namen erhielt der Vorort durch einen kleinen Hügel, der jedoch 1620 plattiert wurde, um ein freies Schussfeld von den Stadtmauern am Millerntor zu erhalten. Denn der heutige Hamburger Stadtteil „Altona“ stand damals unter dänischer Verwaltung. Erst Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Besiedelung des Hamburger Bergs offiziell erlaubt und die ersten Amüsier-Etablissements siedelten sich an. Jedoch auch die Pest- und Armenhäuser wurden dorthin verlegt. 

Hans-Albers-Platz

Am Hans-Albers-Platz reihen sich Kneipen und Irish Pubs aneinander, die zum Teil auch 24 Stunden geöffnet haben. Der Platz gehört mit der Frida B. zu einem touristisch geprägten Partyzentrum und zieht vor allem auch britische Sauf-Touristen an. Neben Kneipen ist hier auch die finnische Fast Food Kette Hesburger angesiedelt. Und auch für die Pizza auf die Hand ist der Platz bekannt. In der Mitte des Platzes ragt die Statur des deutschen Schauspielers und Sängers Hans Albers empor, weshalb viele Kiezführungen hier vorbei kommen.

Harrys Hafenbasar

Seit Ende 2013 ist Harrys Hafenbasar nicht mehr an der Ecke Erickstraße auf St Pauli anzutreffen, sondern in der HafenCity. Es zählt zu den Top 1000 Location in Hamburg, die jährlich durch das Magazin PRINZ ausgezeichnet werden. Der Hafenbasar zeigt Masken und afrikanische Kunst. Ursprünglich als Briefmarken und Münzsammlungsgeschäft gegründet, kaufte Harry Rosenberg einem Kapitän die afrikanische Sammlung ab. Zu seinen Höchstzeiten gehörten drei Geschäfte mit insgesamt 2600 qm zu Harrys Hafenbasar.
Die Anfänge des Hafenbasars:  „1894 eröffnete Käpt’n Haase eine Wirtschaft in der Erichstraße 34 in Hamburg, die 1899 zur Erichstraße 46 wurde, doch da war Haases Kneipe schon ein Unikum und er ein Original. Seefahrterfreunde brachten ihm alles Mögliche, am liebsten aber Unmögliche mit. Die Kuriositäten thronten dann unter der Decke oder an den Wänden und wurden vom weißbärtigen Haase höchstpersönlich und höchst lügenhaft erläutert.
Seine Sammlung aus Seefahrerschätzen hatte schnell große Ausmaße angenommen. Gäste kamen gerne zu ihm, ließen sich bewirten und vom selbsternannten “Professor der unentdeckten Wissenschaften” mit Seemannsgarn in weit entfernte Welten übers Meer tragen. Seine Sammlung nannte er “Das Museum für Kolonie und Heimat”, doch nach seinem Tod im Jahr 1934 wurde händeringend nach einem ausreichend skurrilen Nachfolger gesucht, der Haases Schätze übernahm. Doch bald schon hatten die Erben von Käpt’n Haase den perfekten Abnehmer für die Exotica-Sammlung ihres Vaters gefunden: Harry Rosenberg.“ (Quelle: Harrys Hafenbasar)
1996 übernahm Harrys Tochter das Geschäft. Heute hat Harrys Hafenbasar einen neuen Besitzer: Dr. Gereon Boos.

Hasenschaukel

Die Hasenschaukel ist von außen unverkennbar, erstrahlt sie doch in der Silbersackstraße im schönsten Rosa. Doch nicht nur optisch ist dieses Kleinod einzigartig, auch innen spielt sich Fantastisches ab. So bietet die Hasenschaukel drei bis viermal die Woche kleinen Bands eine Plattform, um vor einem kleinen, interessierten Publikum zu spielen. Das Publikum zahlt dafür keinen festgelegte Eintrittssumme, sondern spendet eine angemessenen Geldbetrag in einen Hut. Die Hutspenden gehen in voller Höhe an die Bands. Im Frühjahr 2014 stand die Hasenschaukel kurz vor dem aus und konnte dank einer erfolgreichen Crowdfundingaktion gerettet werden. Weitere Infos: Hasenschaukel

Hong Kong Bar

Hamburg besaß einst ein Chinaviertel auf St. Pauli. Am 13. Mai 1944 stürmte ein Kommando aus Polizei und Gestapo die Chinakolonie und nahm alle asiatischen Bewohner fest. Bis heute ist noch die Hong Kong Bar übrig: Sie wurde 1926 von Chong Tin Lan eröffnet und 1983 von seiner Tochter übernommen. Heute ist die abgeranzte Hong Kong Bar auf dem Hamburger Berg (s.o.) für seinen „Mexikaner“ (s.u.) bekannt. Weitere Infos und die Geschichte der Bar: Hamburger Abendblatt – Ein Stück China auf St. Pauli

Koberer

Es gibt nur noch wenige Personen dieses Berufsstands: Der Koberer war einst eine schillernde Persönlichkeit im Rotlicht-Millieu St. Paulis. Er warb vorbeigehende Passanten mit kessen und obszönen Sprüchen an, um sie in den Amüsierbetrieb zu locken. Heute stehen noch Koberer vor dem Nachtclub Safari und vereinzelt vor den Clubs auf der nördlichen Seite der Reeperbahn. Weitere Infos: Koberer
[vimeo http://vimeo.com/51816518]

Mexikaner

Der Mexikaner ist ein Shot, der auf dem Kiez vor allem auf dem Hamburger Berg angeboten wird. Seinen Ursprung hat dieses Schnaps-Mischgetränk in der Resteverwertung von ungenießbarem Alkohol. Einst hatte der Besitzer einer Hamburger Kneipe eine Kiste mit ungenießbarem Obstler, um dessen Geschmack zu überdecken überlegte er sich ein Mischgetränk mit scharfer Note: entstanden ist der Mexikaner. Heute werden für diesen Shot Korn, Tabasko, Sangrita pikant und Tomatensaft zusammengemischt. Besonders für ihre Mexikaner bekannt sind die „Hong Kong Bar“ und die „Villa Kunterbunt“. Mit 50 Cent per Schnapsglas ist man dabei. 

Nutten-TÜV

Umgangssprachliche Bezeichnung für die Gesundheitskontrolle der zugelassenen Prostituierten beim Gesundheitsamt.

Parc Fiction

Der Parc Fiction ist eine parkähnliche Anlage auf St. Pauli. Kennzeichen sind die metallenen Palmen, die hier über die Gras-Inseln ragen. Genutzt wird der kleine Park bei warmem Wetter von den Anwohner, um das ein oder andere Bier zu trinken und den Ausblick auf den Hafen zu genießen. Einige der Grünflächen werden von Gemeinschaftsprojekten der Anwohner begrünt und gepflegt. Weitere Infos: Parc Fiction

Reeperbahn

Verschrien als die „sündigste Meile“ der Welt misst die Reeperbahn jedoch genau genommen nur 930 Meter. Ihren Namen hat die Straße von den Reeperschlägern (Reep (sg.) = seemännisch für Tau) erhalten, die für die Herstellung von Schiffsseilen eine gerade, lange Strecke benötigten. Die Reeperschläger spannten zunächst mehrere Reepe aus Flachs oder Hanf, die sie anschließend verflochten. Dieses Handwerk wurde bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auf der Reeperbahn ausgeübt. Währenddessen etablierte sich aber auch ein Vergnügungsviertel. Zum Beispiel auf dem angrenzenden und heute privat geführten Spielbudenplatz (s.u.). Oder das Rotlicht-Millieu wie in der Herbertstraße (s.o.). Heute ist die Reeperbahn eine Mainstream-Partymeile, die ihren legendären Flair schon lange verloren hat.

Reeperbahn Festival

Jährlich im September wird das Gebiet rund um die Reeperbahn zum Schauplatz von Deutschlands größtem Club-Festival. Beteiligt sind rund 70 Club- und Spielorte. Doch das Programm des Reeperbahn Festivals bezieht sich nicht nur auf ein exzellentes, musikalisches Line-Up, sondern auch auf ein umfangreiches Literatur- und Kunstangebot. Außerdem finden Konferenzen der Musik- und Kreativwirtschaft während des viertägigen Festivals statt. Besucht wird das Reeperbahn Festival von rund 30.000 Besuchern. Ein besonderes Interesse wird während des Festivals auf internationale Newcomer gelegt. Vertreten sind die Genres Indie, Pop, Rock, Folk, Singer-Songwriter, Electro, Hip Hop, Soul, Jazz und Neo-Classic. Weitere Infos: Reeperbahn Festival

Schilleroper

Rund und vernachlässigt: Die auf St. Pauli einzigartige Architektur der Schilleroper, eine sogenannte Rotunde, lässt erahnen, dass sich hier einst Fulminantes zutrug. Doch was erzählt dieser Ort, der heute heruntergekommen ist, für eine Geschichte? Weitere Infos: Die Schilleroper auf St. Pauli

Safari

Das letzte, deutsche Theater mit Live-Sex-Shows befand sich in der Großen Freiheit. Das Safari wurde 2014 geschlossen. Koberer (s.o.) lockten Touristen und Interessierte mit Dildo-Shows und Cabaret-Erotik ins Etablissement. So haben rund 4 Millionen Besucher die Shows gesehen, darunter viele Prominente und Politiker. [youtube https://www.youtube.com/watch?v=U94uzRPZhXc&w=800&h=450]

SKAM e.V.

Die Hamburger Künstlerinitiative bewohnte vor deren Abriss die leerstehende Astra-Bowlingbahn (s.o.), bis sie diese räumen mussten. Weitere Infos: SKAM e.V.

Hamburg, was machst du nur mit deiner Kultur? 
16 Jahre kämpft die selbstverwaltete und Ðfinanzierte Gemeinschaft SKAM als Garant der Hamburger Off-Space-Kunstszene nun erfolgreich für sein Bestehen, gut getarnt in einer Bauruine am Spielbudenplatz auf der Reeperbahn, im ehemaligen Bowlingbahn-Gebäude. Es ist an der Zeit, ein Statement zu machen, ein Comment oder eben ein SKAMment – zur Bedrohung der Hamburger Kunstszene, die durch steigende Mieten, Abrisse und horrenden Investitionen für das neue In-Viertel der Hafen-City unaufhaltsam scheint. Obgleich sich die Stadt gerne mit den kulturellen Schätzen zwischen Kiez und Schanze rühmt, steht den Künstlern und Kulturinstitutionen das Wasser bis zum Hals. Doch von der Parole „Schöne Kunst Allen Menschen!“ wird die Institution, die sich als experimentelles Labor versteht, so schnell nicht ablassen. (…) Alles ist nur eine Frage der Vernetzung!“ (www.art-magazin.de)

St. Pauli

St. Pauli ist ein Stadtteil in Hamburg und gehört zum Bezirk Hamburg-Mitte. Der Hamburger Stadtteil grenzt im Süden an die Elbe, im Osten an die Neustadt, im Westen an Altona und im Norden an die Schanze. Zentral gelegen ist die Reeperbahn, die als Partymeile gilt. Von ihr gehen zudem die Vergnügungsstraßen „Die Große Freiheit“ und der „Hamburger Berg“ sowie der Hans-Albers- und der Spielbudenplatz ab. Rund 22.000 Bürger leben hier auf einer Fläche von 2,3 km². Politisch ist der Stadtteil links ausgeprägt. Mehr Infos: St. Pauli

Tanzende Türme

Die Tanzenden Türme gelten als ein Symbol der Gentrifizierung auf St. Pauli und begrenzen das östliche Ende der Reeperbahn. Ihre Anschrift lautet: Reeperbahn Nr. 1. Zuvor stand hier die Astra-Bowlingbahn, die vielen Kreativschaffenden die Chance zur Verwirklichung bot. Die Türme wurden vom Architekten Hadi Teherani entworfen. Dies sagt der Architekt selbst über seinen tanzenden Türmen: „Wie Mann und Frau, die sich zum Tango bewegen. Vielleicht auch die X-Beine einer Prostituierten, die auf dem Kiez nach Freiern Ausschau hält. In diesem lustigen, aus dem Boden schießenden Entwurf ist Musik und Sex.“ (Zitat aus: Hamburger Abendblatt)

Werner „Mucki“ Pinzner

Werner Pinzner, genannt Mucki, war ein Auftragskiller, der im Milieu von St. Pauli „etwas“ aufräumte. Nach seiner Festnahme verpfiff er die im Rotlicht Tätigen und bekam schließlich die Gelegenheit während einer Vernehmung den Staatsanwalt Wolfgang Bistry zu erschießen. Anschließend erschoss er nach vorheriger Absprache seine Frau und danach sich selbst.
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=x3ByrZRqisk&w=800&h=450]

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