Du kannst frei wählen.

Konzerte, Bars, Clubs, Sportereignisse, Park, alternative Szene, Theater, Restaurants, Kinos, Schwimmbäder, Saunen, Verkehrsmittel, Supermärke, Shopping-Meilen, konservative Szene, Stoffläden, türkische Supermärkte, Nerd-Szene, Kunst-Galerien, Second Hand, Hafen, Discounter, Museen, Kirmes, Italiener, Kultur-Zentren. Wähle. Jetzt. Sofort. Schneller. Besser.

Überfordert uns das?

Haben wir Stadtmenschen deshalb das Gefühl immer etwas zu verpassen? Manche von uns fühlen sich bereits mit 24 Jahren alt wie eine Oma. Übersättigt vom Angebot, müde von der Auswahl. Doch innerlich stets zur Unruhe verurteilt seinem Alter nicht gerecht zu werden. Noch geht es mir nicht so. Im Job fordert man von uns bereits nach dreijährigem Studium vollen Einsatz. Verzicht auf Privatleben, man sei ja schließlich noch jung und ungebunden. Flexibel auf höchstem Niveau – für Geld. Schneller, SCHNELLER – besser, BESSER! Wo bleibt der Mensch – BÖSE und GUT – auf der Strecke. Noch geht es mir nicht so.

Engagement für…

Denk nach.
Denk nach.

Doch ist es mittlerweile normal, dass man so jung massive Angst vorm Versagen hat? Mir fehlt diese Sorge, denn ich weiß, dass ich zwei Hände zum Anpacken und eine Kopf zum Denken habe. Und ich weiß was ich kann und was nicht. Außerdem muss ich keine Familie versorgen, sondern nur für mich selbst aufkommen. Trotzdem beobachte ich immer mehr junge Menschen in ähnlichen Situationen, die sich unglücklich in Jobs abmühen, da sie sonst keine Zukunft für sich sehen. Fixiert auf’s Geld, um den eigenen Lebensstandard anheben zu können. Geld ist für mich da nicht Ansporn genug – Geld ist für mich eigentlich gar kein Ansporn. Ein tolles Produkt, Teamarbeit und selbstständiges, kreatives Arbeiten treiben mich an – lasst mich frei laufen und springen, dann gebe ich ganz von allein volles Engagement und bin zufrieden dabei. 

Ist Landluft besser?

Würden wir auf dem Land erfolgreich Schweine auf großen Wiesen züchten und täglich Landluft schnuppern, wären wir wahrscheinlich ausgeglichener und zufriedener. Hätten eine Aufgabe, Tiere die uns lieben, weil wir ihnen Futter und Zuwendung schenken und ein glückliches Schweineleben à la meine kleine Farm. Das käme für einige sicher nicht in Frage. Da müsste man sich ja mit üblen Bakterien und Schmutz abrackern. Mit den Händen arbeiten –  ne, das geht ja gar nicht.  Aha, gut zu wissen.

Schneller, besser…

Aber warum neigen wir dazu, auch immer besser, schneller und flexibler sein zu wollen? Um am Ende dann festzustellen, dass die Luft raus ist? Mein Yogi-Tee hatte dafür einen sehr feinen Spruch auf seinem Teebeutel-Fähnchen stehen: „Lass alle anderen besser sein.“ Genau, ich lasse alle anderen einfach besser sein und fühle mich gut damit. Mache mein Ding genau so, wie ich es für richtig halte und es mir gefällt. Das „besser sein“ wollen ist gesellschaftlich geprägt. Wenn ich mich davon ein Stück distanzieren, dann bin ich auf dem richtigen Weg mein Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten – und nicht ausgetrampelten Pfaden zu folgen. Es gibt genügend Leute, die diese Art jetzt als inakzeptabel und falsch betiteln würden. Damit wären wir aber wieder bei der Frage: Wer darf überhaupt definieren, was richtig und was falsch ist? Wer darf sich so vor anderen Menschen stellen und sie strafen oder loben? Meine Meinung: keiner. 

Toleranz. Freiraum. Individualität. –  so kann auch ich die Stadtluft mehr genießen.

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maedchenfuerallefaelle

(30, Mensch, Willy)
Seit 2012 schreibe ich hobbymäßig dieses Blog über Hamburg mit Tipps zu Restaurants, Bistros, Cafès, Läden, Clubs und mehr. Ich schreibe über das was mir begegnet und wo mein Leben mich hintreibt. Nicht mehr, nicht weniger. Ohne Ziel.
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