Mädchen für alle Fälle

Unser Luxus: Lebensmittel – Teller statt Tonne

Gerade in meiner Generation fällt mir immer mehr der selbstverständliche Umgang mit Lebensmitteln auf. Jeder hat das Geld sich Lebensmittel zu kaufen und sie eben auch verkommen zu lassen. Für mich als Ökotrophologin ein trauriger Anblick, denn es wäre so einfach genau die Menge zu kaufen, die man als Verbraucher benötigt – und das mit wenig Aufwand.

Die Supermärkte bieten beispielsweise einzelne Gemüseteile, kleinere Salamipackungen und kleine Joghurts an.  Zwar kosten die im Verhältnis meist ein paar Cent mehr, aber dafür vergammelt nicht die Hälfte der Packung im Kühlschrank. Und ganz ehrlich? Diese paar Cent hat jeder übrig, der es sich leisten kann große Packungen zu kaufen.

Auch mir passiert es gelegentlich, dass Sachen verschimmeln. Auf’s Jahr gesehen würde ich behaupten ungefähr sechs bis acht Lebensmittel verschimmeln zu lassen. Ganz vorne mit dabei: angebrochene Frischkäsepackungen und angefangene Marmeladengläser. Jedes Mal ärgere ich mich, wenn ich diese oder andere Lebensmittel in die Tonne werfen muss. Denn ich gehöre zu denen, die in dieser Hinsicht aufklären  möchten. Aufrütteln! Dafür werde ich häufig belächelt. Ist doch nicht so schlimm fünf Saucen, 10 Eier oder eine Packung Brot wegzuwerfen. Doch ist es, weil die Selbstverständlichkeit der Lebensmittel viele Leute zu diesem Verhalten verleiten. Kaufen wir uns halt ein neues Brot und lassen es wieder zur Hälfte verschimmeln. Das ist Luxus! Pur! Aber merken wir es noch?

Im letzten Jahr wurde ein Film veröffentlicht, den ich jeden Verbraucher ans Herz legen möchte: Taste the Waste 

Teller statt Tonne!

Unsere Generation hat nie eine Hungersnot oder Lebensmittelknappheit erlebt, deshalb kaufen Viele nach Gelüsten. Was an sich nicht schlecht ist, aber sie verleiten zu riesigen Packungen. Die Augen sind häufig größer als der Magen. Wir sehen Lebensmittel nicht mehr als Luxus, sondern als Selbstverständlichkeit. Deshalb bietet sich auch beim Lebensmitteleinkauf ein realistisches Denken an. Brauche ich wirklich einen zwei-Kilogramm-Sack mit Äpfel? Schaffe ich es zehn Salamischeiben in zirka acht Tagen zu essen? Esse ich wirklich 500 Gramm geschnittenen Käse? Auch mit dabei die Angebote der Supermärkte. Fünf Joghurts zum Preis von vier.  In keinem anderem Land europäischen Land sind die Lebensmittelpreise so gering wie in Deutschland. Und wir beschweren uns wirklich noch darüber, dass 500 Gramm Hackfleisch 2,80 Euro kosten? Hier kommt wieder die bekannten Fragen auf. Können so günstig produzierte Lebensmittel noch gut sein? Wie werden sie erzeugt? Was ist drin? Wollen wir das überhaupt? Warum kaufen jetzt immer mehr Leute Bio- oder regionale Produkte?

Hier ein paar Fakten: 

  • Pro Tag und Person werden 225 Gramm Lebensmittel weggeworfen. Auf’s Jahr hochgerechnet sind es somit zirka 82 Kilogramm pro Kopf.
  • Davon ist vieles noch genießbar. Wir werfen gute Lebensmittel im Wert von zirka 235 Euro in die Tonne.
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine rechtliche Sicherheit für die Lebensmittelindustrie. Die meisten Lebensmittel sind meist noch weit darüber hinaus genießbar. Dazu gehören Joghurt, Käse, Säfte, Milch.

Oft begegnen mir auch Menschen, die durch ihre Eltern zu „besonderer Hygiene“ im Lebensmittelbereich erzogen wurden: lieber etwas wegschmeißen, was noch gut sein könnte, als Gefahr laufen ein paar Bakterien aufzunehmen. So schmeißen sie zum Beispiel Lebensmittel weg, bei denen nur das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Ganz ehrlich? Ihr seht, riecht und schmeckt doch, wenn eine Milch schlecht ist. Vertraut euren Sinnen.

Hier ein paar Merkmale:

Frischkäse: Wenn Frischkäse schlecht ist, seht ihr eine Schimmelbildung. Kein Schimmel da? Dann ist doch alles prima!

Milch: Wenn Milch schlecht wird, riecht und schmeckt sie säuerlich. Außerdem seht ihr, wenn  ihr die Milch weggießt, dass sie nicht mehr die gewohnt flüssige Konsistenz hat. Ihr werdet es sofort merken. Riecht die Milch noch gewohnt süßlich und hat die normale Konsistenz, dann könnt ihr sie ganz normal  trinken.

Äpfel: Haben Äpfel eine schimmelige Stelle könnt ihr diese abschneiden, den Rest des Apfels abwaschen und gewohnt essen. Wäre doch Schade einen Apfel wegen einer Druckstelle zu entsorgen.

Bananen: Gebräunte Bananen könnt ihr noch wunderbar für einen Milchshake verwenden. Bananen pürieren und mit Milch vermischen. Fertig ist der Drink!

Zwiebeln: Werden weich und matschig oder beginnen zu sprießen. Wenn die Zwiebel sprießt könnt ihr sie noch einpflanzen, sie blüht wunderschön.

Saft: Schmeckt eindeutig sauer, wenn er nicht mehr gut ist. Oder riecht vergoren.

Brot: Wenn ihr das Brot in einer Plastiktüte aufbewahrt, dann beginnt es irgendwann zu schimmeln. Wenn ihr das Brot in einer Papiertüte lagert, dann wird es irgendwann trocknen. Das trockene Brot könnt ihr an Pferde verfüttern oder zu „armen Ritter“ zubereiten. Dafür eignet sich jede Brotart.

Werdet euch bewusst, wo ihr Lebensmittel wegwerft. Kauf weniger, kauft gezielter. Friert Lebensmittel ein, bevor sie verschimmeln und nutzt sie später. (Käse, Brot, Beeren, gekochte Speisen wie Gulasch, Saucen, Gemüsepfannen oder Eintöpfe können wunderbar im Tiefkühler lagern.) Obst könnt ihr einmachen, bevor es vergammelt: Chutneys, Marmeladen, Mus. Werdet kreativ – Lebensmittel sind wertvoll.

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maedchenfuerallefaelle

Online-Redakteurin & Digitales bei selbstständig
(29, Mensch, beruflich digital unterwegs)
Seit 2012 schreibe ich hobbymäßig dieses Blog über Hamburg mit Tipps zu Restaurants, Bistros, Cafès, Läden, Clubs und mehr. Ich schreibe über das was mir begegnet und wo mein Leben mich hintreibt. Nicht mehr, nicht weniger. Ohne Ziel.
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