Kino: Lichtspielhaus „Rialto“

RialtoGestern wurde das 29. Internationale Kurzfilmfestival im Hamburger Zeise Kino eröffnet. Reden wurden geschwungen und eine kleine Auswahl an Bildstreifen heruntergespult. Parallel dazu wurde die gleiche Filmauswahl plus Bonusmaterial und ohne geschwungene Reden im alten Lichtspielhaus „Rialto“ in Wilhelmsburg gezeigt.

Der Hintergrund: Der letze Streifen flackerte 1985 über die Leinwand des Rialtos. Seitdem stand das Kino leer. Die Besitzer wollten nicht verkaufen und auch mit keinem potentiellen Käufer reden. Vor einem Jahr eröffnete sich dann doch für den Nachbarn Stefan Reifenrath die Chance das zerfallene Kino zu erwerben.

Seit dem vergangenen Winter werkelten Freiwillige mit der Unterstützung von Sach- und Geldspenden im verfallenen Gebäude: montierten Platten an die Decke, entfernten Pflanzen von den bunten Lampen, bauten ein komplett neues Holzpodest im Kinosaal, schabten die orangefarbene Tapete vom Frauenklo und sorgten für eine Popcorn-Maschine. Nur um das Lichtspielhaus für eine letzte Saison zum 100 jährigen Bestehen wieder in Gang zu bringen.

Nun stehen die alten Kinosessel wieder in Reih und Glied: Die Nummer sechs, neben der 24 und alles ein wenig wackelig, aber die alten, erhaltenen Lampen wirken schon wieder modern und leuchten mit den original Glühbirnen. Im Frauenklo fehlt die Tür zur Toilette, weshalb man die Haupttür mit einem Haken verschließen kann. Die Popcorn-Maschine verströmt den gewünschten Duft, der sich mit der leicht modrigen Note des Gebäudes vermischt. Im Eingangsbereich hängt ein altes James Bond Plakat, dass beim erstmaligen Öffnen der Tür ebenso an dieser Stelle vorgefunden wurde.

Die Auferstehung des Rialtos ist ein durch und durch gelungenes Projekt. Im Herbst soll  das Haus dennoch endgültig seine Pforten schließen. Es sei denn, es findet sich ein Geldgeber, der mindestens 500.000 Euro in das Objekt investiert.

Rialto Lichtspiele
Vogelhüttendeich 30
21107 Hamburg – Wilhelmsburg

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maedchenfuerallefaelle

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