St. Pauli: Alternativer Hafengeburtstag

Der Grill der VoKü bruzzelt, die DJs auf der Gängeviertel-Bühne legen alternative Musik auf, in der Bar vor den Hafenhäusern haut eine Frau ihre Dub-Beatz in die Boxen. Auch das ist ein Teil des Hafengeburtstags – befreit von Touristen, gedacht als alternative Gegenbewegung.

Dieses Jahr schrieben einige Hamburger Medien, dass der Hafengeburtstag die Hamburger und vor allem die Paulianer nervt. Dem muss ich widersprechen: Zum einen sind auf dem Kiez nicht spürbar mehr Touristen unterwegs als sonst (und Lärm stört auf Pauli keinen – alle anderen ziehen wieder weg), und zum anderen haben zumindest die Paulianer das Beste aus dem Großevent gemacht und veranstalten seit über 20 Jahren eine Gegenbewegung. Der Alternative Hafengeburtstag spiegelt in großen Teilen die paulianische Grundhaltung von Toleranz und Weltoffenheit wieder.

Alternativer Hafengeburtstag bei der Balduintreppe

Dort wo sich sonst Drogendealer die Klinke in die Hand geben, findet einmal im Jahr der Alternative Hafengeburtstag statt: An der Balduintreppe, die sich von der Bernhard-Nocht-Straße, zwischen den ehemals besetzten Hafenhäusern bis runter zur St. Pauli Hafenstraße (NDR-Beitrag zur Besetzung in den 80ern) erstreckt.

Die musikalische Vielfalt des Alternativen Hafengeburtstags reicht von Reggae bis Punk. Das Alternative ist auch beim Publikum bemerkbar: Dreads, Harems-Hosen und Baumwoll-Jacken sind vielerorts sichtbar. Angenehm gemischt mit afrikanischen Bürgern, an die Schanze erinnerndes Klientel, Anwohnern und Studenten. Eine lebendige Mischung: von kulturell interessiert über alternativ orientiert bis stark verpeilt.

St. Pauli aktiv

Vor dem Störtebeker ragt eine Bühne hoch, die vor allem punkige Sounds raushaut. Weiterhin involviert sind die “Kogge“, die Kneipe “” sowie das “Ahoi” auf halber Treppenhöhe. Daneben werkelt die HafenVoKü fleißig vor sich hin. Ebenfalls mit einer Bühne vertreten ist das Gängeviertel, das seit 2009 seine künstlerisch-kulturelle Besetzung in der Neustadt verteidigt. Dieses Jahr waren auch Stände von Lampedusa in Hamburg  und der “mit dabei – musikalisch versorgt von meets harlekinsound.

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