Virtuelles Wasser – das versteckte Gut

Wie viel Wasser steckt in einem Hühnerei? Wie viele Liter werden verbraucht, bis das Steak auf dem Teller liegt. Virtuelles Wasser ist in allen Produkten enthalten und zählt auch in deine Wasserbilanz.

Definition: virtuelles Wasser

Virtuelles Wasser ist ein Begriff, der die Wassermenge umschreibt, die für die Herstellung eines Agrar- oder Industrieprodukt benötigt wird.

Der Ausdruck des „virtuellen Wassers“ wurde in den 90er Jahren geprägt. Er umschreibt die Wassermenge, die für die Herstellung eines Produkts genutzt wird und stellt eine Metapher für den hohen Wasserbedarf der Industrie dar. Unabhängig davon, ob es sich um ein Paar Schuhe oder eine Orange handelt, steckt in jedem Produkt mehr „virtuelles“ Wasser als es zunächst erahnen lässt. Gerade in Deutschland, einer gemäßigten Klimazone, wird beispielsweise aufgrund der Nutzung des natürlichen Regens in der Landwirtschaft nicht deutlich, wie viel Wasser für die Produkte in heißeren und regenärmeren Regionen der Welt aufgewandt werden muss. Dieser Diskrepanz soll durch das virtuelle Wasser entgegen gewirkt und ein Bewusstsein für den Wasserverbrauch geschaffen werden. Besonders kritisch wird die Verwendung von Wasser in der Produktion bei Ländern gesehen, die ohnehin schon von einer Wasserknappheit bedroht sind.

Fünftgrößter Exporteur von virtuellem Wasser ist Indien

In fast jedem Produkt steckt virtuelles Wasser. So kann auch die wirtschaftliche Exportkraft eines Landes an dem Export von virtuellem Wasser gemessen werden. Dies bedeutet, dass die Menge an exportierten Gütern auf die verbrauchte Wassermenge hochgerechnet werden kann. Um zu ermitteln, wie viel virtuelles Wasser in welchen Produkten enthalten ist, werden zahlreiche Studien durchgeführt. Beispielsweise forscht das „Unesco-Institut for Water Education“ in den Niederlanden an dieser Thematik und berechnet die Menge des virtuellen Wassers in Produkten. Das virtuelle Wasser, auch Produktionswasser genannt, wird in Liter pro Kilogramm (L/kg) beschrieben.

In einem Ei stecken 135 Liter Wasser

Virtuelles Wasser beschränkt sich nicht auf eine Art von Produkten, sondern kann bei jedem Produkt berechnet werden. Unabhängig davon, ob es sich um ein Verzehrgut, beispielsweise einem Lebensmittel, oder einem Gebrauchsgut, beispielsweise einer Hose handelt.

Im folgenden wird dargestellt, wie viel virtuelles Wasser in welchen Produkten steckt:

Für ein DIN A4 Papier mit einem Gewicht von 80 Gramm werden 30 Liter Wasser aufgewendet, in einer Scheibe Brot stecken 40 Liter. Für ein Glas Milch (250 ml) werden 200 Liter Wasser verbraucht. 4100 Liter virtuelles Wasser sind in einem normale T-Shirt der Größe M enthalten. Unglaubliche 8000 Liter werden für ein Paar Schuhe aus Rindsleder genutzt. Hohe Zahlen, die es, wenn möglich, zu minimieren gilt, um das kostbare Gut des Wassers dauerhaft zu erhalten.

Eine Anwendung des virtuellen Wassers findet sich im „Wasser-Fußabdruck“. Der Wasser-Fußabdruck stellt eine Methode dar, um den Wasserverbrauch für Einzelpersonen, Unternehmen oder Staaten zu berechnen. Er stellt ein persönliches Wasserverbrauchsbild dar, wodurch der Wasserverbrauch minimiert bzw. optimiert werden kann. Deutschlands Fußabdruck beträgt beispielsweise 1.545 Kubikmeter Wasser pro Person und Jahr.

Quellen:

  • Aschoff, Heiko: Bis zum letzten Tropfen. Finanz Buch Verlag, München 2007.
  • Grohmann, Andreas N.; Jekel, Martin, et al: Wasser – Chemie, Mikrobiologie und nachhaltige Nutzung. DE G Verlag, Berlin, New York 2011.
  • Institut für Klima, Umwelt, Energie: Fair Future. Verlag C.H. Beck, München 2005.
  • Kürschner-Pelkmann, Frank: Das Wasser Buch. Lembeck Verlag, Frankfurt am Main 2007.
  • Mayer-Tasch, Peter Cornelius (Hrsg.): Welt ohne Wasser. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2009.
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Seit 2012 schreibe ich hobbymäßig dieses Blog über Hamburg mit Tipps zu Restaurants, Bistros, Cafès, Läden, Clubs und mehr. Ich schreibe über das was mir begegnet und wo mein Leben mich so hintreibt. Nicht mehr, nicht weniger. Ohne Ziel.
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