Mädchen für alle Fälle
Schaltzentrale an der Bille

Experimentelles Stadtteilbureau: Schaltzentrale an der Bille

Gelegentlich gelangen wir an Orte, welche die Kreativität ihrer Entstehung spüren lassen. Inspiriert durch die Purheit, industrielle Geschichte oder Architektur. Freiräume werden in deutschen Großstädten immer rare – auch in Hamburg – umso schöner, wenn derlei Orte im Stadtbild aufblühen, zu einer kulturelle Bereicherung beitragen und Teilhaben lassen.

Experimentelles Stadteilbureau in Hammerbrook

Ob Performance, Wissenschaft, Film oder Gespräch die Schaltzentrale an der Bille im ehemaligen Elektrizitätswerk Bille stellt Raum zur Verfügung, der von variierende Akteuren unterschiedlicher Genre bespielt und genutzt wird.

„Die »Schaltzentrale« ist ein experimentelles und künstlerisch ausgerichtetes Stadtteilbureau im Hamburger Stadtteil Hammerbrook.“

Die hier stattfindenden Programmpunkte können im Monatsprogramm eingesehen werden und reichen über Konzerte, Kino und Performance bis zur Nähwerkstatt und Ausstellungen. Alle Workshops und Programmpunkte sind kostenlos.

Ein städteplanerisches Experiment

Hammerbrook rückt mit seiner zentralen Lage immer mehr in den Mittelpunkt der städteplanierischen Entwicklung und wird mit dem Projekt „Raum für Stadtpioniere“ zum Entwicklungsstadtteil. Seine idyllische Lage am Wasser, nahe zum Zentrum bildet dafür eine gute Voraussetzung.

„Der Brückenschlag zur HafenCity mit dem Oberhafenquartier ist langfristig vorgesehen und wird die weitere kreativwirtschaftliche Entwicklung Hammerbrooks voranbringen. Bereits heute sind erste Kerne der Kreativwirtschaft vorhanden. Diese Impulse gilt es zu nutzen und Hammerbrooks stille Wasserpotenziale sowie die Freiflächen in den Zwischenräumen zu entwickeln.“ (Stromaufwärts an Elbe und Bille, Stadt Hamburg)

Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung des Stadtteils bildet u.a. die Schaltzentrale an der Bille – mit Freiraum und Ideen bringen sich hier diverse Gruppen im Stadteiltreff ein, um Hammerbrook mitzugestalten.

Mit engagiert ist die HafenCity Universität. So haben beispielsweise Studierende der HCU den angrenzenden Fluss genauer unter die Lupe genommen und kartierten das Gebiet rund um den Billebogen. Entstanden ist auf einer Plane eine riesige Karte, die neben den Flussverlauf und den Gebäuden auch die hier heimischen Tiere und sogar die Geräusche festhält.

An einem anderen Tag zeigten die Studierenden der HCU in Kooperation mit der HAW architektonsiche Kurzfilme zur „Nachkriegsmoderne in Hamburg“. Gefühlvolle Zeitdokumentationen, die den Erhalt dieser Betonklötze deren Abriss gegenüberstellten. > Filme aus Beton

Die roten Ziegel erzählen eine Geschichte

Der Innenhof rau mit Graffiti verziert. Das Backsteingebäude hat seine Vergangenheit. Einst als Kraftwerk von 1899 bis 1901 erbaut, versorgte es die umliegende Stadtteile mit Elektrizität. Im Zweiten Weltkrieg von Bomben verschont, ist es heute Hamburgs ältestes erhaltenes Kraftwerk. Dann brach gelegt, abgehakt.

Heute stehen die fünf Gebäude unter Denkmalschutz.

Zwischenzeitlich von Künstlern als Atelier genutzt, kaufte 2016 die MIB Coloured Fields GmbH das Gebäude auf und saniert es seither Stück für Stück mit dem Ziel der anschließenden Vermietung. Die Schaltzentrale als Stadteiltreff kann die Räumlichkeiten derzeit kostenfrei nutzen und so Freiraum für Wissenschaft und Kultur zur Verfügung stellen.

Hallo: Festspiele

Einmal jährlich werden die Hallo: Festspiele im Hammerbrooker Stadtteilbuereau ausgerichtet. Die Festspiele untersuchen dabei ungenutzte Orte und deren Kontexte. 2018 stand das transdisziplinäre Format unter dem Motto „Wasser“.

„Die diesjährige Edition widmet sich der Frage, wie wir uns metaphorisch, symbolisch und tatsächlich auf und in das Wasser begeben können, um es von einer sozialen Leerstelle in einen öffentlichen Raum zu verwandeln. Zusammen mit Künstler_innen, Nachbarn und Wasserexpertinnen wird der angrenzende Fluss Bille und dessen Ufer als Möglichkeitsraum getestet. Welche Sichtweisen ergeben sich, wenn wir die Stadt vom Wasser aus betrachten und wie können diese Einzug in die Entwicklung Hamburgs haben?“

Wer die Schaltzentrale besuchen möchte, kann auf Facebook aktuelle Veranstaltungen einsehen, freitags von 12 bis 17 Uhr das Cafè aufsuchen, sich die Hallo Festspiele im Kalender markieren (August jeden Jahres) oder zum Tag des offenen Denkmals (September jeden Jahres) kommen.

Schaltzentrale
Bullerdeich 14b
20537 Hamburg
> FB-Seite

Website zum Gebäude:
Kraftwerk Bille Hamburg

 

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maedchenfuerallefaelle

Online-Redakteurin & Digitales bei selbstständig
(29, Mensch, beruflich digital unterwegs)
Seit 2012 schreibe ich hobbymäßig dieses Blog über Hamburg mit Tipps zu Restaurants, Bistros, Cafès, Läden, Clubs und mehr. Ich schreibe über das was mir begegnet und wo mein Leben mich hintreibt. Nicht mehr, nicht weniger. Ohne Ziel.
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