Mädchen für alle Fälle

Myanmar: Eine Englischstunde in Yagon

Ich sitze in einer Englischklasse, um mich herum sechs junge Männer im Alter von 16 bis 25 Jahren. Eine Sitzgruppe weiter, findet sich mein Freund umringt von jungen Frauen. Sie alle haben den Wunsch Reiseleiter für Touristen zu werden. Der Weg dahin führt über die Englischstunden, und dem Ablegen der Scheu vor dem jeweils anderen Geschlecht.

„How are you?“, „How much money do you earn?“, „What’s your favourite car?“, „What’s the advantage of a democracy?“ „Do yo pay taxes?“ Die Fragen sind überraschend vielseitig und zunächst staunen die jungen Menschen über mein „riesiges“ Einkommen, dann staunen sie über die Höhe der von mir zu zahlenden Miet- und Lebensmittelkosten – und ganz langsam verstehen sie, dass ich in „meinem Land“ finanziell nicht ganz so reich bin, wie sie zunächst vermutet haben.

Sie zahlen für eine Wohnung umgerechnet 16 Euro im Monat, ebenfalls ein hoher Prozentsatz ihres Einkommens (∅ 1269 Euro im Jahr 2016). Die meisten leben jedoch noch bei ihren Eltern, denn ausgezogen wird traditionell erst nach der Hochzeit. Die junge Generation ist noch traditionell gebunden, entdeckt jedoch auch langsam ihre Freiheiten.

Mit den Vorzügen einer Demokratie beginnen sie sich vorsichtig auseinanderzusetzen. In der Vergangenheit des Landes, war es von Vorteil, den Mund halten zu können. Das wir das Land bereisen können grenzt noch an ein Wunder, erst mit der Grenzöffnung in 2011 ist es überhaupt möglich Myanmar als Tourist zu bereisen. Und das längst noch nicht in allen Gebieten – gerade im Norden und Westen setzen Straßensperren dem Tourismus ein Ende. Denn die Bevölkerungsgruppe der Rohingas wird auch heute noch in Myanmar verfolgt. Ein dunkles Kapitel des Landes, das überlegen lässt, ob man das Land überhaupt bereisen sollte.

Mir wird eine Tasse sehr süßer Tee in die Hand gedrückt, ablehnen ist nicht möglich. Die Menschen in Myanmar sind sehr herzlich und neugierig. Ich bin froh, dass ich ein Stück des Landes sehen und erleben durfte und das ich mich für eine Reise dorthin entschieden habe.

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maedchenfuerallefaelle

Online-Redakteurin & Digitales bei selbstständig
(29, Mensch, beruflich digital unterwegs)
Seit 2012 schreibe ich hobbymäßig dieses Blog über Hamburg mit Tipps zu Restaurants, Bistros, Cafès, Läden, Clubs und mehr. Ich schreibe über das was mir begegnet und wo mein Leben mich hintreibt. Nicht mehr, nicht weniger. Ohne Ziel.
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