Unser Luxus: Lebensmittel – Teller statt Tonne

Gerade in meiner Generation fällt mir immer mehr der selbstverständliche Umgang mit Lebensmitteln auf. Jeder hat das Geld sich Lebensmittel zu kaufen und sie eben auch verkommen zu lassen. Für mich als Ökotrophologin ein trauriger Anblick, denn es wäre so einfach genau die Menge zu kaufen, die man als Verbraucher benötigt – und das mit wenig Aufwand. Weiterlesen „Unser Luxus: Lebensmittel – Teller statt Tonne“

Fotoserie: We are Traffic.

Eine neue Seite zieht durch „Hamburgs“ Internet. Auf www.wearetraffic.de werden flotte Fahrer mit ihrem liebsten Freund, dem Fahrrad, gezeigt: Fotos mit Fahrern und Rad im Duett und liebevolle Detailaufnahmen vom Rad selbst füllen die charmanten Bilderreihen. Eine durchaus CO²-freundliche Angelegenheit und das ist auch der Sinn dahinter. Seit drei Monaten fotografieren die beiden Fotografen Till Gläser und Björn Lexius Radbegeisterte, um die Stadt auf die missliche Lage von Fahrradfahrern auf Hamburgs Straßen aufmerksam zu machen. Denn Hamburg hat für Vieles Geld, doch bei der radfreundlichen Straßengestaltung hängt sie leider noch hinterher – und sieht vielleicht selbst auch noch nicht die Notwendigkeit in diesen Zweig zu investieren… 

“WE ARE TRAFFIC” ist eine fortlaufende Fotoserie, welche die Radfahrer_innen Hamburgs porträtiert. Das Projekt “WE ARE TRAFFIC” wurde im Oktober 2012 von den Hamburger Fotografen Björn Lexius und Till Gläser ins Leben gerufen. Durch ihre Arbeiten wollen die Beiden auf das Fahrrad als Transportmittel (und mehr) aufmerksam machen und zeigen, dass Radfahrer_innen ebenso Verkehrsteilnehmer sind wie Autos. Derzeit zählt Hamburg leider nicht zu den fahrradfreundlichsten Städten und so hoffen Björn und Till, dass sie durch ihr Projekt helfen können auf die Situation der Radler_innen in ihrer Stadt aufmerksam zu machen.“

Hier seht Ihr ein paar Duette von den beiden Fotografen:

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Entschleunigung tut gut!

Ich hatte im letzten Jahr stets eine Stunde Mittagspause. Genügend Zeit, um sich eine Mahlzeit zu holen und sie in Ruhe zu essen. Anfangs hetzte ich schnellen Schrittes in die Kantine, ins Restaurant oder in den Supermarkt, um schnell-schnell zurück zu sein. Doch warum? 60 Minuten sind eine lange Zeit und bevor ich diese freie Zeit gestresst verbringe, genieße ich sie doch lieber in Ruhe. Ich verlangsamte bewusst meine Schritte zur Kantine, legte meine Salatblätter langsamer auf den Teller (hatte eine wunderbare Kollegin zum Vorbild), lief stressfreier zum Restaurant oder Supermarkt. Und wisst ihr was? Ich saß trotzdem nach einer Stunde wieder am Schreibtisch – nur wesentlich entspannter als in früheren Mittagspausen.

Entschleunigung lohnt sich an manchen Stellen, denn sie steigert die Lebensqualität. Man denkt klarer, man tut Dinge bewusster und lernt sie zu schätzen.

Natürlich dreht bei mir auch gelegentlich die Ungeduld durch und ich folge dem gesellschaftlichen Grundverhalten – immer schneller. Bis ich mich frage, warum ich das tue. Schließlich gelange ich mit mehr Ruhe in der gleichen Zeit zu einem besseren Ergebnis, das mich insgesamt auch zufriedener macht. 

Entschleunigung: Mut zum Gegenschwimmen

Mehr schein als sein - maedchen-fuer-alle-faelle
Mehr Schein als Sein? Das ist die Frage.

Ich erwische mich dabei, dass ich auf meinem Laptop eine Sendung gucke und dabei im Internet surfe. Wie das geht? Eigentlich gar nicht. Die Sendung läuft im Hintergrund weiter und auf dem Bildschirm sind die von mir erwünschten Internetseiten statt des Sendungbilds zu sehen. Warum mache ich das, warum gucke ich nicht erst die für mich eigentlich interessante Sendung zu ende und fange dann an zu surfen? Warum mache ich es nicht bewusster, warum entschleunige ich diese beide Sachen nicht und setzte sie zeitlich hintereinander?

Auch bin ich fantastisch darin, Zuhause drei Dinge gleichzeitig zu beginnen, um sie dann durchgehend wechselnd zu ende zu bringen. Ein Beispiel: Die Waschmaschine piept, die Wäsche ist fertig. Ich stelle den Wäscheständer auf und hänge drei Kleidungsstücke auf. Ein Gedankenblitz! Ich wollte noch ein Rezept für meinen Blog niederschreiben. Kaum habe ich die ersten zwei Sätze geschrieben, fällt mir ein, dass ich im Internet nachsehen wollte, was Hepatitis A für eine Krankheit ist. Ich surfe, rutsche auf Blog- und Nachrichtenseiten ab. Bis mir einfällt, dass ich eigentlich das Rezept aufschreiben wollte und schreibe drei Sätze. Dann fällt mir auf, dass ich eigentlich beim Wäsche aufhängen war. Ich gehe zum Wäscheständer und dann fällt mir ein, dass … STOP, ich hänge zuerst die Wäsche auf! 

Zwei vielleicht banale Beispiele, denn im Prinzip ist es egal, ob ich die Wäsche früher oder später aufhänge oder die Sendung fertig schaue. Doch dieses Prinzip des mehrgleisig Fahrens lässt sich auch in anderen Lebenssituationen entdecken: bei der Arbeit, bei der Freizeitgestaltung, in den kleinen Pausen, die man sich gönnt. Wir wollen immer die Ersten sein. Doch sind wir dann auch die Besten? Das ist fraglich.

Entschleunigung: Einfach mal alle anderen (vermeintlich) besser sein lassen als dich.

Sich ein wenig freier machen, ohne stetigen Blick auf das Handy beim eigentlich gemütlichen Kaffee trinken mit einer guten Freundin. Da braucht man kein Handy. Bei der Marmeladen-Produktion einfach mal die 15 Minuten am Herd stehen bleiben, dann verbrennt auch die Marmelade nicht. Beim Telefonieren stumpf im Sessel sitzen, statt nebenher im Internet zu surfen oder Wäsche zu waschen. Das Grundgerüst eines Textes auf der Arbeit am Stück schreiben, ohne zu einer anderen Aufgabe zu wechseln. Dem Kaminfeuer einfach mal beim Knistern zuhören, anstatt nebenher einen Film zu schauen. Einfach mal nur in der Badewanne liegen.

Denn manche schwimmen mit, manche gegen den Strom
Doch ich frag: „Schwimmen wir noch oder leben wir schon?“
Ich bin durch damit, es hat sich ausgeschwommen (…)

Ich schwimmte, schwamm und schwomm
(Endlich) Endlich bin ich angekommen
(Endlich) Endlich hab‘ ich wieder Land gewonnen (…)

Ich schwimm nicht mehr, check meine Garderobe
Da findest du alles, nur keine Badehose

Bewusst entschleunigen und wahrnehmen: Man wird stressfreier und das Ergebnis meist besser. Und das heißt nicht, dass man insgesamt langsamer und schlechter wird (das wird uns nur von allen eingeredet!).