Dort wo Männer in Anzügen vor unprätentiösen Tellern mit Hausmannskost stehen, dort bekomme ich (vielleicht auch andere) jedes Mal ein halbes Brötchen geschenkt: bei Wlokas unterhalb der Erde am Jungfernstieg.
Dienstags wechsel ich zur Mittagszeit die Redaktion und steige dafür am Jungfernstieg um. Bevor ich durch die Passage der Städtepartnerschaften laufe, sammel ich mein Mittagessen ein. Bei Wlokas wähle ich mir drei Brötchenhälften für 3,60 Euro aus und bekomme eine Vierte geschenkt. Abgedeckt mit kleinen Plastikfolien, überreicht auf einen in Alufolie verhüllten Pappteller – dazu ein liebes Wort.
Was ist das besondere an den Brötchen? Nichts, es sind belegte, ganz normale Brötchen mit Butter und Aufschnitt – ohne Salatblatt und Schnickschnack. Kaum zu glauben, dass so etwas Einfaches noch in der Hamburger Innenstadt zu finden ist. Der Belag der Brötchen ist für Veganer absolut ungeeignet, Vegetarier können auf Spiegelei- oder Käsebrötchen zurückgreifen.
Und nicht nur ich bin der Meinung, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Wlokas gut ist. So stehen jedes Mal, wenn ich meine Brötchen dort einsammel vorzugsweise Männer in Anzügen an den Stehtischen, die den Mittagstisch essen: Königsberger Klopse mit Kartoffeln und Roter Bete, ohne Aufhebens auf den Teller verfrachtet, oder in Senfsauce schwimmend Eier – bei Wlokas werden wechselnde Gerichte aus dem Segment der gut bürgerlichen Hausmannskost serviert.
Wlokas
Auf der Jungfernstieg gelegenen Seite der “Passage der Städtepartnerschaften”
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